Sexismus und Gender

Sexismus und Gender

von graffiti.hates.germany

Geschlechtlichkeit und alles, was damit zusammenhängt, wie beispielsweise die sexuelle Ausrichtung von Menschen, ist ein Bereich, der, wie die gesamte Gesellschaft von Herrschaftsverhältnissen geprägt wird. Diese Verhältnisse ändern sich fortwährend, aber einige ihrer Grundmerkmale sind höchst beständig:
Individuen werden anhand angeblich biologischer Eindeutigkeiten in zwei Geschlechter eingeteilt. Diesen werden unterschiedlich privilegierte Orte in der Gesellschaft zugewiesen. Sie befinden sich also in einem hierarchischen Verhältnis zueinander, in dem Frauen in weniger machtvollen Positionen sind als Männer und wo Heterosexualität als Norm erhoben und Homo- oder Bisexualität als widernatürlich stigmatisiert wird. Meistens wird dieses Verhältnis aber nicht als Ungleichheit sondern als elementare Eigenheit der Geschlechter angesehen.
Dies hängt damit zusammen, dass die geschlechtliche Eindeutigkeit und Heterosexualität mit dem Rückgriff auf den Körper als Naturgesetz dargestellt wird, da die Vorstellung von dem Körper als natürlich und nicht durch den gesellschaftlich geprägten Blick wahrgenommen, vorherrschend ist. Denn das Geschlechter existieren und für Jede und Jeden in ihrem/seinen Alltag höchst relevant sind, bedeutet nicht, dass sie einen wesenhaften Ursprung haben. Um den gesellschaftlichen Hintergrund bei der Herstellung dieses Systems deutlich zu machen, gebraucht man den Begriff Gender, der Geschlecht sozial und nicht biologisch bestimmt.
Die Zurichtung auf Männlich- oder Weiblichkeit ist jedoch nicht nur ein aufgezwungenes Ordnungsprinzip, sondern das „eigene Geschlecht“ wird meist angenommen, zum wesentlichen Merkmal unserer Identität und geht so in das geschlechtsentsprechende Handeln über. Das wir nicht nur Männer und Frauen sein und uns demnach Verhalten sollen, sondern uns meist als solche auch tatsächlich empfinden, entspringt einem Mechanismus, der das Geschlecht von Menschen zur eigenen Lebenswirklichkeit werden lässt. So wird es von anderen, aber auch von uns selbst immer wieder neu konstruiert.
Das es Männer und Frauen gibt, ist also der Effekt der körperlichen Unterscheidung von Individuen nach geschlechtlichen Vorstellungen, gesellschaftlichen Machtstrukturen in denen wir leben und uns orientieren müssen und der darin entwickelten Persönlichkeit und Sexualität.