Archiv für September 2009

1000 Kreuze in die Spree!

Abtreibungsverbote abschaffen – Gegen christlichen Fundamentalismus

Für den 26. September 2009 mobilisiert der Bundesverband Lebensrecht zu einem „Schweigemarsch“ mit dem Titel „1000 Kreuze für das Leben“. Wir rufen dazu auf, diesem laut undmit vielfältigen Aktionen entgegenzutreten. Die beteiligten Gruppen dieses „Schweigemarsches“ bezeichnen sich selbst als Lebensschützerinnen und Lebensschützer.
Dabei geht es ihnen auf der Grundlage eines christlich-fundamentalistischen Weltbildes um das Verbot und dieBestrafung von Abtreibungen. Sie sprechen allen Menschen und vor allem Frauen das Recht ab, über ihr Leben und ihre Körper selbst zu bestimmen. Sie lehnen jeden Schwangerschaftsabbruch als „vorgeburtliche Kindstötung“ ab. Statistisch unhaltbare Angaben über die Anzahl der Abtreibungen in der BRD sowie die von Abtreibungsgegner_innen erfundene Krankheit „Post-Abortion-Syndrome“ sollen Frauen moralisch unter Druck setzen und einschüchtern, sowie den Staat dazu bringen, die Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch weiter einzuschränken.
Im Gegensatz zu einer verbreiteten Meinung ist ein Schwangerschaftsabbruch in der BRD weiterhin eine Straftat…

Zum vollständigen Aufruf:

http://no218nofundis.wordpress.com

VERANSTALTUNGEN

26.9. – 1000 Kreuze in die Spree. Aktionen gegen christlich-fundamentalistischen Schweigemarsch
12.30 Uhr Neptunbrunnen (Alex/Rotes Rathaus) 14.45 Uhr St. Hedwigs-Kathedrale (Bebelplatz)
Eine Auftaktkundgebung der Abtreibungsgegner_innen beginnt 13 Uhr am Neptunbrunnen, ab 14 Uhr führt eine Demo über Unter den Linden zur Hedwigskathedrale mit anschließendem Gottesdienst ab 15 Uhr. Oben genannte Gegenkundgebungen sind angemeldet. Bitte informiert Euch kurz vorher auf http://no218nofundis.wordpress.com über den aktuellen Stand.

Mittwoch, 9. September, 19 Uhr, K9
(Kinzigstraße 9/U-Bahnhof Samariterstraße)
LaD.I.Y.fest-Filmabend zu Abtreibungen
Mit „Like a Ship in the Night“, einem Dokumentarfilm über das Verbot von Abtreibungen in Irland und drei Frauen, die versuchen, es zu umgehen. Außerdem: „The Coat Hanger Project“, ein US-Dokumentarfilm über tödliche Gefahren, denen Frauen ausgesetzt sind, die zu illegalen Abtreibungen gewungen werden. Beide Filme sind auf englisch.

Donnerstag, 10. September, 20 Uhr , H48/Projektraum
Neukölln (Hermannstr. 48/U-Bahnhof Boddinstr.)
Infoveranstaltung „Christlicher Fundamentalismus“
Der christliche Fundamentalismus ist eine oft übersehene, aber relativ agile Bewegung. Grundsätzlich erhebt diese Bewegung den Anspruch, ein Moraldikatur errichten zu dürfen,
in welcher Individualität und selbstbestimmte Lebensentwürfe negiert werden und stattdessen Obrigkeitshörigkeit, ein autoritatives Menschenbild und ein heteronormatives Geschlechterbild als gewaltförmig durchzusetzende Werte gelten sollen. Die Gefährlichkeit und der Einfluss dieser Bewegung wird oft unterschätzt oder als Problem anderer Staaten beschrieben. Die Veranstaltung soll einen Überblick zu den Denkweisen, die Politik und Ziele dieser Bewegung bieten.

Freitag, 18.September, 19 Uhr, Tristeza (Pannierstr. 5)
„Rechtswidrig aber straffrei – Abtreibung in Gesetz & Praxis“
Abtreibung ist in Deutschland verboten. Nicht strafbar, aber weiterhin rechtswidrig ist sie lediglich bei einigen Indikationen. Was dieses Gesetz für die gynäkologische Praxis bedeutet und welche Umstände es Frauen außerdem erschweren, eine Abtreibung zu erhalten und auch über die Bedingungen dieser mitzubestimmen, spricht Dr. med. Blanka Kothé, Gynäkologin am Vivantes Humboldt-Klinikum, Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin. In Berlin ist es möglich, eine_n Ärzt_in zu finden, die_der auch nach der 22. Woche eine Abtreibung durchführt, in ganz Bayern nicht. Welche Unterschiede gibt es noch? Welche Auswirkungen hat dies? Darüber berichtet Prof. Dr. Ulrike Busch, Professorin für Familienplanung an der Hochschule Merseburg (FH).

Samstag, 19. September, 19 Uhr, Bandito Rosso
(Lottumstraße 10a / U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz)
Mobilisierungsveranstaltung „1000 Kreuze in die Spree“
Am kommenden Samstag wollen christliche Fundamentalist_innen und selbsternannte Lebensschützer durch Berlin ziehen. Wir wollen dies nicht zulassen und geben Euch heute
abend die letzten Infos.

Dienstag, 22. September, 20 Uhr, Mehringhof, Veranstaltungsraum
(Gneisenaustr. 2a, U-Bahnhof Mehringdamm)
Infoveranstaltung „Pränataldiagnostik und Abtreibungsrechte – Debatten und Fallstricke“
Was ist eigentlich Pränataldiagnostik? Was hat das mit Abtreibung zu tun? Wie wurde dieses Thema in der feministischen Bewegung der BRD verhandelt? Welche Positionen gibt es heute? Was passierte in der so genannten Spätabtreibungsdebatte, die 2009 zur Verschärfung des Schwangerschaftkonfliktgesetzes führte? Referentin: Susannne Schultz vom Gen-ethischen
Netzwerk e.V. Veranstaltet von: ak linker Feminismus

Aktuelle Informationen unter: http://no218nofundis.wordpress.com