Archiv der Kategorie 'Allgemein'

AS.ISM4 nun auch digital erhältlich

Die aktuelle Antisexismusbroschüre AS.ISM4 ist hier nun auch digital nachzulesen.

Für alle, die sie lieber in der Hand halten wollen:
Sie kann weiterhin unter eag-berlin[at]riseup.net bestellt werden.

AS.ISM Nr.4 erschienen

Gestern abend wurde die vierte Ausgabe der AS.ISM in Berlin feierlich vorgestellt. Sie wurde in den letzten Monaten erarbeitet, wurde in einer Auflage von 5.000 Stück gedruckt und ist nun kostenlos zu beziehen. Schreibt eine Mail an eag-berlin[at]riseup.net.

Zum Inhalt:
Die 40-seitige Broschüre ist eine Sammlung von Texten der Emanzipativen & Antifaschistischen Gruppe [EAG], Andere Zustände Ermöglichen [AZE], Theorie, Kritik, Aktion [TKA], mehrere AGs der Interventionistischen Linken Berlin [IL], Antifaschistischer Schwarz-Roter Aufbau [ASRA], Kirsten Achtelik und weiteren.
Sie behandelt in drei Kapiteln zu Theorie, Organisierung und Praxistools Themen wie Zweigeschlechtlichkeit, Antifeminismus, Trans*feindlichkeit, Kritik am Ausspielen von Rassismus und Antisexismus, Kritische Männlichkeit, gibt Tipps für Awareness auf Parties, Umgang in Politgruppen und in Beziehungen und interviewt feministische Aktivist*innen verschiedener Zusammenhänge.

Warschauer CSD-Prozess: René erhält zwei Jahre Bewährung

Presseerklärung zum Abschluss des Prozesses gegen René K.

Vier Jahre nach seiner Teilnahme an der „Parade für sexuelle Gleichberechtigung“ in Warschau wurde Anfang Mai letzten Jahres das Urteil gegen den Berliner René K. gesprochen. René erhielt eine Haftstrafe von einem Jahr, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung. Angeblich soll er im Juni 2006 einen Polizeibeamten während der „Parade“ angegriffen haben.

Rene K. war am 10. Juni 2006 bei der Demonstration in Warschau festgenommen worden, als er sich zusammen mit anderen Teilnehmer_innen am Endkundgebungsplatz gegen rechtsextreme Provokationen von Gegendemonstrant_innen verteidigte. Später wurde ihm vorgeworfen, sich gegen seine Festnahme gewehrt zu haben. Daraufhin behielt ihn die polnische Justiz für zwei Monate in der Untersuchungshaft des Warschauer Bezirksgefängnisses – gegen Kautionszahlung wurde er schließlich auf freien Fuß gesetzt. Während seiner U-Haft durfte er erst nach ca. zehn Tagen Besuch von einem Anwalt und der deutschen Botschaft erhalten. Zudem ließ die Justiz zahlreiche Fristen verstreichen, u.a. mit den Ergebnissen, dass die Kautionseinzahlung verzögert wurde, Renés persönliche Sachen sehr spät ausgehändigt wurden oder Angehörige ewig warten mussten, bis Besuche möglich waren (http://de.indymedia.org/2006/06/150507.shtml).
Nicht nur, dass diese zwei Monate U-Haft schon zäh verliefen, auch vergingen vier Jahre, bis im Prozess gegen René das Urteil gesprochen wurde. Dieser wurde erst im April 2009 eröffnet und endete im Mai 2010.
Bis Ende 2010 konnten nun alle entstandenen Kosten beglichen werden. Somit ist der Prozess für René und den Unterstützer_innenkreis abgeschlossen.
Wir danken allen, die René während dieser Zeit unterstützt haben.

Einzelpersonen aus dem ehemaligen Unterstützer_innenkreis, „QueerBerlin“,
Januar 2011

Veranstaltung der Phase 2 mit dem AFBL und dem ASB in Leipzig

Mittwoch, 01.12.2010, Einlass: 19:00 Uhr

Kritik und Ressentiment – Zum Stand der Debatte um den Islam

„Auf ins Minenfeld“, forderte die Phase 2 2008 in einem Debattenbeitrag zur Antifa-Konferenz des Anti-Islamisierungskongresses in Köln. Damit war gemeint, sich den Schwierigkeiten eines Diskurses, der sowohl eine fortschrittliche politische Kritik des Islam als auch ressentimentgeladene Auslassungen gegen das Fremde und Andere in sich vereint, nicht auszuweichen, sondern sich ihnen offensiv zu stellen. Eine zentraler Rolle in der Debatte – sowohl in einer bürgerlichen Öffentlichkeit als auch in der Linken – spielte die Kritik des islamischen Geschlechterverhältnisses, also der Unterdrückung von Frauen und einer regressiven Sexualmoral. Eine feministische Positionierung zum Islam lag demnach nahe. Wie das allerdings genau zu geschehen hätte, war keinesfalls klar. Die Kritik des Islam, so das ASBB in einem Debattenbeitrag in der Phase 2 birgt die Gefahr der rassistischen Stereotypisierung und die Vernachlässigung der Verhältnisse vor der eigenen Haustür. Für den AFBL hingegen erwächst die Islamkritik gerade aus einem dezidiert feministischen und antisexistischen Selbstverständnis. Um die Begriffe des Rassismus und der feministischen Positionierung gegenüber dem Islam sowie ihr Verhältnis zu präzisieren, lädt die Phase 2 zu einer Diskussionsveranstaltung um den aktuellen Stand der linken Debatte um den Islam ein.

- Eine Veranstaltung der Phase 2 mit dem Antifaschistischen Frauenblock Leipzig (AFBL) und dem Antisexismusbündnis Berlin (ASBB) -

Phase 2 out – mit Artikel des ASB:Berlin

EDIT: Den Artikel findet Ihr hier (pdf) oder auf der Seite der Phase2

Die kürzlich erschienene Ausgabe #35 der Phase 2 wollen wir euch besonders ans Herz legen. Nicht zuletzt weil wir dort einen Artikel unter dem Titel „Von antideutschen Feministen und deutschen Freiheitskämpfer_innen – Plädoyer für einen konsequenten Antirassismus“ veröffentlicht haben, der sich mit Islamkritik im Kontext pseudo-feministischer Instrumentalisierungen, Muslimfeindschaft und der Enttabuisierung von Rassismus auseinandersetzt. Wir sind gespannt auf Reaktionen! antisexism@freenet.de

As.ism_3 vergriffen

Die Komplette Auflage der dritten As.ism-Broschüre ist mittlerweile vergriffen und deswegen leider nicht mehr über uns bestellbar. Wir freuen uns natürlich über die große Nachfrage. Ob es einen Nachdruck geben wird, ist noch unklar, das eine oder andere Exemplar ist aber sicher noch bei einem Infoladen in eurer Nähe zu haben.

Reclaim feminism

Veranstaltungsreihe ab 6. März von AKLF, EAG, ABSO, ANA, NEA

Wir möchten den 8. März zum Anlass nehmen, um die Fragen nach einem linken Feminismus wieder zum Thema zu machen. Diese stellen sich heute wie damals als schwierig dar, auch wenn auf den ersten Blick ›Feminismus‹ und ›Gleichberechtigung‹ in aller Munde zu sein scheinen. Denn von konservativen Feuilletonist_innen bis zu linksliberalen Kulturschaffenden: Zu Feminismus hatte in letzter Zeit jede_r etwas beizutragen. Dabei variierten die Vorstellungen zwischen einem konservativen Feminismus à la von der Leyen zu einem liberalen Karrierefeminismus, der in Thea Dorns F-Klasse seinen Ausdruck fand, bis hin zu traditionellen Vorstellungen von Familie und Geschlechterrollen bei Eva Herrmann.
Auch die Alphamädchen trugen mit ihrer individualistischen‚ Feminismus-Version’ etwas zu der Entpolitisierung des Begriffs bei. Ein Feminismus, der nichts kennt als den Kampf um formale Gleichheit in den bestehenden beschissenen Verhältnissenm, ist nicht unser Feminismus. Auch einen Feminismus, der sich nicht mit der Verschränkung verschiedener Herrschaftsstrukturen, wie Rassismus, Kapitalismus und Geschlechterverhältnissen auseinandersetzt und sich nur um die Belange einer weißen Mittelschicht bemüht, weisen wir zurück. Unsere Reihe ist als Suchbewegung zu verstehen, die schlaglichtartig einige uns wichtig erscheinende Topics aufgreift und zur Diskussion stellt. Gemeinsamer Ausgangspunkt ist, dass ein linker Feminismus die Systemfrage stellen und als radikale Gesellschaftskritik alle Verhältnisse in den Blick nehmen muss. Dazu gehört, das System der Zweigeschlechtlichkeit und damit zusammenhängend Formen identitärer Politik ebenso zu kritisieren wie Kapitalismus, Nation und Rassismus. Am 6. März heiß es dann auf unserer Auftaktparty: Take back the night!

Termine

Sa., 6. März, 22 Uhr
K9, Kinzigstraße 9 (nahe U-Bhf. Samariterstraße)
Party: TAKE BACK THE NIGHT
Feministische Soliparty zur Ünterstüztung der Finanzierung von Repressionskosten in Münster (Repressionen gegen Fundi-Gegner_innen) und dem F.A.Q. (Infoladen/Cafe) in Neukölln
Acts:
- sookee (Live hiphop)
- Kai Kani (Hiphop,Electro)
- CMYK(Yoko & Cay grrlsgoneelectronic)
- DADO (Electro)

Mi., 17. März, 19 Uhr
Mehringhof Veranstaltungsraum, Gneisenaustr. 2a (nahe U-Bhf. Mehringdamm)
Veranstaltung: Fragen an einen linken Feminismus
Die Debatte um Geschlechterrollen innerhalb der bürgerlichen Öffentlichkeit wird aktuell von zwei Positionen geprägt: Der liberale Regierungsfeminismus will die Kinderbetreuung ausbauen und mehr Frauen in Erwerbsarbeit bringen. Dagegen ›rebellieren‹ Eva Herman und andere Neokonservative, die mehr Zeit für Familien fordern. Wie kann ein linker Feminismus hierzu kritisch Position beziehen und aus seiner derzeit marginalen Rolle herausfinden?
Referent_innen: Jörg Nowak, Caren Kunze
Veranstaltet vom Ak linker Feminismus

Do., 18. März, 19 Uhr
K9, Kinzigstraße 9, (nahe U-Bhf. Samariterstr.)
Veranstaltung: Sexismus & Antisemitismus
Im Vortrag geht es um die historischen Entwicklungen und Verschränkungen von Geschlechterbildern und antisemitischen Vorstellungen – und die Frage, inwiefern diese Bilder heute noch aktuell sind.
Referent_in: Tanja Kinzel.
Gemeinsame Veranstaltung mit der Reihe »Antisemitismus und Krise« von Emanzipative Antifaschistische Gruppe (EAG) & disparat. Weitere Infos: antisemitismus.blogsport.de

So., 21. März, 19 Uhr
Sonntagsclub, Greifenhagener Straße 28 (nahe U-/S-Bhf. Schönhauser Allee)
Veranstaltung: PorYes – queerfeministische Pornos
Parallel zur PorNo-Bewegung gab es schon immer einen Flügel der Frauenbewegung, der sich um einen Sex-positiven Zugang zu Sexualität bemühte und und leider nicht so viel mediale Aufmerksamkeit genossen hat, wie sein bekanntes Gegenstück. Was feministische Pornos sind und wie queer sie sein können, zeigt und diskutiert Laura Meritt auch anhand von Beispielen. (weitere Referentin angefragt.) Anschließend Film „Pornoprotokolle“ und Gespräch mit der Regisseurin Isabella Willinger.
Referentin: Laura Merrit
Veranstaltet vom Ak linker Feminismus und Emanzipative Antifaschistische Gruppe (EAG)

Mi., 24. März, 19 Uhr
K9, Café Größenwahn, Kinzigstrasse 9 (nahe U-Bhf. Samariterstr.)
Veranstaltung: Feministische Globalisierungskritik
Die Debatte um Geschlecht und Globalisierung war lange Zeit differenzfeministisch geprägt: Die Auswirkungen der Globalisierung auf ›Frauen‹ standen im Vordergrund. An dieser ›Opferperspektive‹ wird zunehmend Kritik geäußert. Vor allem postkoloniale Autor_innen weisen auf die Verwobenheit von ›gender‹, ›race‹ und Globalisierungsprozessen hin. In der Veranstaltung soll es darum gehen, den aktuellen Stand der Debatte zu rekonstruieren und die politischen Praktiken von (vor allem) feministischen Bewegungen im Süden in den Blick zu nehmen. Die Kernfrage aber ist: Was ergibt sich aus all dem für einen internationalistischen Feminismus?
Referent_in: Friederike Habermann.
Veranstaltet vom Ak linker Feminismus

Fr., 2. April, 19 Uhr
Haus der Demokratie, Havemann-Saal, Greifswalder Straße 4 (nahe Tram-Haltestelle Am Friedrichshain)
Veranstaltung: Strategien zur EU–weiten Legalisierung von Abtreibung
Innerhalb der EU gibt es immer noch Länder, in denen Schwangerschaftsabbrüche illegal sind. In Polen finden jedes Jahr etwa 200 000 illegale Abtreibungen statt, während jeden Tag durchschnittlich 16 Frauen aus Irland nach England reisen müssen, um einen sicheren Abbruch zu bekommen. Wir möchten mit Pro-Choice- Aktivist_innen aus Polen und Irland diskutieren, um Strategien und Möglichkeiten zu erarbeiten, wie in beiden Ländern gemeinsam vorgegangen werden kann, um Schwangerschaftsabbrüche im Rahmen der EU zu legalisieren und frei zugänglich zu machen.
Referent_innen: Wanda Nowicka (Polen), Stephanie Lord (Choice Irland), Anna von Gall (ECCHR) Übersetzung engl./dt.
Veranstaltet vom Ak linker Feminismus

So., 4. April, 19 Uhr
Tante Horst, Oranienstraße 45 (nahe U-Bhf. Kottbusser Tor)
Veranstaltung: Homosexualität & Homophobie in der Neonaziszene
In der Veranstaltung sollen vergangene und aktuelle Debatten in der Neonaziszene nachvollzogen, die Bedeutung des homophoben Diskurses beleuchtet und mögliche Ursachen und Ursprünge problematisiert werden.
Referent_in: Verein für Demokratische Kultur in Berlin e.V. (VDK)
Veranstaltet vom Antifabündnis Südost (ABSO) und Autonome Neuköllner Antifa (ANA)

Do., 8. April, 19 Uhr
FAQ Infoladen Neukölln, Jonasstraße 40 (nahe U-Bhf. Leinestraße)
Veranstaltung: Homophobie im HipHop
Große Teile von HipHop befinden sich im Über­gang von einem sub- hin zu einem popkulturellen Sammelbecken für sexistische und heteronormative Haltungen. Der Input bietet einen diskursanalytischen Zugang zu exemplarischen Image-Inszenierungen und Raplyrics als deren Artikulation an. Desweiteren wird ein Blick auf den ambivalenten Umgang der medialen Öffentlichkeit mit populären Rapper_innen vor dem thematischen Hintergrund gerichtet.
Referent_in: Sookee
Veranstaltet von Autonome Neuköllner Antifa (ANA)

So., 25. April, 15 Uhr
Friedel, Friedelstr. 5 (nahe U-Bhf. Hermannplatz)
Workshop: Männlichkeitsbilder in der Antifa
Was ist überhaupt Männlichkeit? Was macht Antifa-Politik aus und wieso ist sie an so vielen Punkten besonders bei jungen Männern beliebt? Warum gibt es auch in der Antifa Unterdrückungsverhältnisse? Die Gesprächs- und Entscheidungsstrukturen und die Ausrichtung der Antifa-Politik gehören auf den antisexistischen Prüfstand. Wir reden über Symbole und Idole, um Tücken der alltäglichen Antifaarbeit, samt Heldentum und Revierverhalten. Unterdrückungsmechanismen schaffen sich aber nicht von selbst ab, nur weil sie vielfach in Diskussionen erkannt und benannt werden. Es geht also um die Entwicklung neuer Perspektiven und um konkrete Umsetzungsmöglichkeiten.
Mit Anmeldung unter: autonome_neukoellner_antifa@riseup.net
Veranstaltet von Autonome Neuköllner Antifa (ANA)

Mo., 3. Mai, 19 Uhr
Festsaal Kreuzberg, Skalitzerstraße 130 (nahe U-Bhf. Kottbusser Tor)
Veranstaltung: Zur Kritik des linken Antifeminismus
Geschlechterherrschaft als Nebenwiderspruch, Feminismus spaltet die Arbeiterklasse, queeres Begehren verstärkt die Marktlogik des Kapitalismus: Antifeminismus und queerkritische Positionen haben in der radikalen Linken eine so lange Tradition, dass sie als politische Position ernst genommen werden müssen und nicht nur als Ignoranz oder Uninformiertheit ausgelegt werden können, auch wenn sie davon stark geprägt sind. Mit dem Rückgriff auf die vielfältige und reiche Theorie- und Denktradition von linkem Feminismus und queerer Ökonomiekritik dekonstruieren Cornelia Möser und Jana Tschurenev (queer-feministischer Saloon Berlin) verschiedene Klassiker und Neuauflagen des linken Antifeminismus.
Veranstaltet von Emanzipative Antifaschistische Gruppe (EAG)

Mo., 10. Mai, 19 Uhr
Raumerweiterungshalle, Markgrafen­damm 24c (nahe S-Bhf. Ostkreuz)
Veranstaltung: ›Männer‹politik und ›Männer‹bewegung
Der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag plant »eine eigenständige Jungen- und Männerpolitik«, in Zeitungen sind antifeministische Positionen und Polemiken zu lesen, und hier und da gibt es auch noch Männerforschung.Wie passt das alles zusammen? Bei der Veranstaltung wird ein Überblick über verschiedene Fraktionen in der Männerpolitik gegeben und diskutiert, welche Ziele sie jeweils verfolgen.
Referent_in: Sebastian Scheele
Veranstaltet vom Ak linker Feminismus

Mi., 19. Mai, 19 Uhr
Raumerweiterungshalle, Markgrafendamm 24c (nahe S-Bhf Ostkreuz)
Veranstaltung: Strategien feministischer politischer Praxis
Wie lassen sich ‚Feminismus‘ und ‚Feminist_in sein‘ heute praktisch denken? Und welche Handlungsfähigkeiten sind daraus für Aktivist_innen ableitbar? Der AKLF und Anne Lenz (Autor_in Feminismen und Neue Politische Generation) laden ein, feministische Strategien und Ziele politischer Praxis und Organisierung gemeinsam zu diskutieren.
Referent_Innen: Anne Lenz (AKLF)
Veranstaltet vom Ak linker Feminismus

Smash Homophobia! Keine Bühne für homophobe Mord-Propaganda! Kein Sizzla-Konzert am 26.11.2009 in Berlin!

Am 26. November soll die Reggae-„Größe“ Sizzla in der Kulturbrauerei im Rahmen seiner Europa-Tournee auftreten. Sizzla ist bekannt für seine homosexuellenfeindlichen Texte. „Verbrennt die Männer, welche andere Männer von hinten reiten. Erschießt Perverse, meine große Pistole macht ‚bumm’“ heißt es u.a. in Sizzlas Song „Pump up“. Insgesamt 13 solcher „Battyman-Tunes“ hat er in seinem Repertoire. Amnesty International zitierte eine Aussage des Sängers bei einem Auftritt 2004 in Jamaika wie folgt: „Tötet sie, die Schwuchteln müssen durch Schüsse in den Kopf sterben.“

In der Vergangenheit führte dies unter anderem zur Indizierung von Sizzlas Album „Rastafari“ und der Absage seiner Europa-Tour 2005, da in Frankreich 13 von 14 Konzerten gecancelt wurden. Auch der Auftritt auf der „Summerjam“ im selben Jahr fiel aus, da er nicht auf schwulenfeindliche Äußerungen verzichten wollte. Sizzla hat daraufhin 2007 den „Reggae Compassionate Act“ (RCA) unterzeichnet und sich damit verpflichtet, zukünftig keine homophoben Inhalte mehr bei seinen Shows zu propagieren. Sizzlas Unterzeichung des „RCA“ belegt keine Wandlung seiner Einstellung gegenüber nicht-heterosexuellen Menschen. Es geht ihm um Geld! 2008 äußerte er sich in der „riddim“ nach einem Auftritt im Wuppertaler „U-Club“ wie folgt: „Bei einer Show wie heute Abend weiß ich, I have to just keep it clean. Bei einer Gangsta-Show in Jamaika erwartet man von dir, dass du härter rüberkommst.“. Weiterhin sagte er: „Selbst wenn wir singen, „kill Battyman“ dann ziehen wir nicht los und bringen Menschen um. Das ist kein Aufruf zur Gewalt. […] Doch die Bibel sagt, Homosexualität ist falsch, es ist ein Fluch.“. Die bloße Unterzeichnung eines Stückes Papiers ändert also noch lange keinen Menschen! Die Veranstalter_innen des Kesselhauses beziehen sich jedoch konsequent auf den von Sizzla unterschriebenen „RCA“ und haben angekündigt das Konzert unter allen Bedingungen durchzuführen. Für uns ist diese Entscheidung total inakzeptabel. Darum rufen wir für den 26. November zur Demo gegen das Sizzla-Konzert auf. Wir sehen darin die letzte Möglichkeit unserem Unverständnis und unserem Ärger gegenüber Leuten Luft zu machen, die anscheinend gern für Mord-Sänger eine Bühne bieten. Sizzla steht an diesem Abend lediglich beispielhaft für eine Vielzahl an Musiker_innen, die Homophobie propagieren. Wir verstehen die Demonstration darum nicht als ein bloßes Statement gegen Sizzla. Sie soll ein klares Zeichen gegen Sexismus, sowie Homo- und Transphobie in jeder Form sein. Die Texte Sizzlas sind widerwärtig und auch auf Jamaika haben es homo/transsexuelle Menschen schwer. Die Kritik daran darf allerdings nicht dazu herhalten die Verhältnisse hier schönzufärben. Homo- und Transphobie sind auch in Deutschland Alltag und keine Besonderheit vermeintlich „fremder Kulturen“. Am 26. November werden wir darum gegen jedwede Form von Diskriminierung auf die Straße gehen. Sagt euren Freund_innen bescheidet und kommt zur Demonstration.

Demonstration:

26. November 2009, 18.30 Uhr, S-Bhf. Schönhauser Allee

zum 25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Frauen

Zentrales Aktionswochenende
am 27.-29.11.09 in Frankfurt am Main

Der Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen wurde erstmals 1981 von Feministinnen aus Lateinamerika und der Karibik ausgerufen. Sie erinnerten an die Schwestern Patria Mercedes, Minerva und María Teresa Mirabal, die 1960 in der Dominikanischen Republik aufgrund ihres Widerstandes gegen die Diktatur verschleppt, vergewaltigt und ermordet worden sind und zu Symbolfiguren des Widerstands wurden. Die vierte Schwester Dedé hatte überlebt und konnte über den Kampf und das Leben der Schwestern berichten.

Das Aktionswochenende in Frankfurt wird vom „Üri“ ausgerichtet, einem überregionalen Bündnis von autonomen feministischen FrauenLesben und FrauenLesbenTrans Gruppen, die sich seit 2003 regelmäßig treffen. Bereits 2005 hatte das Üri ein Aktionswochenende zum 25. November von verschiedenen feministischen Gruppen in Hamburg koordiniert. Schwerpunkte waren Proteste gegen rassistische und sexistische Diskriminierung und Ausbeutung von Frauen wie z.B. in den Zulieferfirmen von Tchibo und H&M und bei der ungleichen Gesundheitsversorgung von Flüchtlingsfrauen. Bei allen Aktionen ist es dem Üri ein Anliegen, sowohl theoretische als auch praktische Nadelstiche gegen das Patriarchat zu setzen.

Auch an dem Wochenende in Frankfurt sind Veranstaltungen und Aktionen geplant, mit denen wir die vielschichtigen Formen von Gewalt gegen uns als Frauen und unseren Widerstand dagegen thematisieren.

Programm
Fr, 27.11.
ab 18h: Ankommen in den Räumen im BdP (Bund deutscher Pfadfinder) im Baumweg 10 im Hinterhaus
ab 19h: Essen im BdP
21h Film: Women defying Barriers (Dieser bewegende Kurzfilm ist im Rahmen vom Projekt Breaking Barriers entstanden und berichtet über gemeinsame Treffen und Aktivitäten von israelischen und palästinensischen Frauen) und Austausch darüber
Infos zum WE

Sa, 28.11.
10h Frühstück im Baumweg und gemeinsames Treffen und Infos zum Ablauf
12 – ca. 16h Verschiedene Aktionen zu den Themen:
Frauen, Flucht und Migration, Rassismus und Abschiebungspolitik, Sexismus und Pornographisierung:
Eigene Aktionen und Ideen sind willkommen!
18 – 20h Unterstützung des Protestes iranischer Frauen gegen die gegenwärtige Politik im Iran. Seit Juni führen Frauen eine Mahnwache an der Hauptwache in Frankfurt durch. Sie findet in Solidarität zeitgleich zu den Aktionen von Frauen im Iran, insbesondere in Teheran statt. Wir nehmen an der Mahnwache teil, bei der an die Ermordeten erinnert und über die aktuelle Situation im Iran informiert wird.
20.30h Essen im Exzess, Leipziger Str. 91
Danach Disco im Exzess

So, 29.11.
10h Frühstück im BdP
11h Plenum bzw. Auswertungstreffen im BdP
12h Teilnahme an einer organisierten Stadterkundung zu Lebensspuren verfolgter Frauen während der NS-Zeit. Beginn: Baumweg 10. Dauert ca. 2 Std. Der Rundgang ist rolligerecht.
Danach aufräumen und putzen.

Ankommen, Treffen und Übernachtung:
Für das gesamte Wochenende sind Räume vom BdP (Bund deutscher Pfadfinder) im Baumweg 10 angemietet worden. Es gibt eine Küche und einen großen Seminarraum zum Treffen. Diese Räume sind leider nicht rolligerecht! Ausweichmöglichkeiten gibt es im angrenzenden Frauenverein.
Im BdP gibt es ca. 20 Übernachtungsmöglichkeiten. Eine Übernachtung kostet 15 €. Bettwäsche oder Schlafsäcke müssen mitgebracht werden. Für Schlafplätze meldet euch bis zum 13. November über Email (flfltWiderstand@yahoo.de) an. Barrierefreie Schlafplätze werden privat organisiert.
Ausgaben für Lebensmittel werden umgelegt.

Kontakt und Infos:
Weitere Infos können über die website: www.feministischeWiderstandstage.de
Anmeldung und Kontakt über Email: flfltWiderstand@yahoo.de

Eröffnung des antisexistischen Infoladens am 30/31.Oktober

Endlich! Der antisexistische Infoladen in Berlin Neukölln eröffnet und bietet seinen zukünftigen Nutzer_innen in seinen Räumlichkeiten Platz für Plenas & Treffen, Diskussionen & Veranstaltungen, Kaffeekränzchen, Lektüre, Internetzugang und vieles mehr.

Programm

30.10 18h Vorstellung des Ladens
Zur Idee, was bisher lief und wie es nun weitergeht.
mit anschließendem Gourmetdinner bei Kerzenschein

31.10 ab 14h rauchfreier „Nachmittag der offenen Tür“ zum Kennenlernen
und Vernetzen mit Kaffee & Kuchen, Büchertisch, vielen Infos und kleinen Überraschungen

ab 21h Performance & Konzerte:
golden diskó ship (experimental folk electronica)
Sookee (feminist rap)

Djanes:
bigL (music for Angels)
miro sonic (house, tekno)
plüschgeknister plüschgeknister(techno, house)
dado (elektro, minimal)
sigi pop (trash-hits)